Lernen – Ist mobil die Lösung?

Der aktuelle Blog-Carnival von Wissenswert gibt mir die Gelegenheit hier im neuen Nonliner-Blog ein paar Gedanken zum „Mobile Learning“ zu schreiben. Die Organisatoren fragen „Ist Mobile Learning der große Trend?“

Ich gehe einmal davon aus, dass hier nicht nur das formale, sondern besonders das informelle Lernen gemeint ist. Für mich als Anhänger von Smartphone und Tablet-Computer sollte es doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass ich diese Geräte auch mobil, also außerhalb der eigenen vier Wände nutze.

Technik

Diese „echte“ Mobilität ist allerdings zunächst mit einigen technischen Entscheidungen verbunden. Benötige ich auf dem Smartphone UND dem Tablet einen 3G-Zugang? Ich habe mich für iPhone MIT 3G und Tethering – macht aus iPhone WLAN-Router – entschieden und habe das iPad OHNE 3G – also nur mit WLAN/WiFi – gekauft.

Diese kombinierte Nutzung klappt toll, wenn 3G auch im flachen Land, also auch im ICE, vorhanden wäre und 3G nicht in der City immer mal wieder sehr träge wäre, obwohl die maximale Datenmenge noch nicht erreicht ist.

Mobiltät 1

Ich kann daher z.Z. diese volle Mobilität kaum genießen und habe mir einen Mittelweg zum „Lernen mit mobilen Geräten“ gesucht, frei nach dem Prinzip „Nicht ärgern, lernen ist wichtiger“.

So nutze ich mein iPhone auch ohne 3G zum Fotografieren und zum Aufnehmen kleiner Videos, was besonders bei Wanderungen, aber auch bei Stadtbesichtigungen sehr gut geht. Es wird eben auch einmal ein Straßenschild oder die Beschreibung einer Sehenswürdigkeit aufgenommen!

Ohne 3G kann ich auch die App Dict.cc nutzen, die mir dabei hilft meine schwachen Kenntnisse der englischen Sprache auszugleichen. Wenn ich auf Karten angewiesen bin, hilft die App Navigon, für die ich allerdings einmal einige Zehner investieren musste.

Falls ich auf Tagungen oder Besprechungen bin, muss ich allerdings nach einem WLAN suchen – oder auf funktionierendes 3G hoffen. Dann geht aber von dort auch das Twittern – am besten mit der App Twitter -und das Versenden aktueller Fotos.

Die eigentliche Vor- und Nachbereitung geschieht meistens im Hotel oder im Feriendomizil, wo zum Glück immer öfter auch die Zimmer einen WLAN-Zugang ermöglichen. Hier kann ich meine Blogs vom iPad mit Informationen versorgen und meine mit dem iPhone aufgenommenen Fotos werden automatisch in den Fotostream geladen, was sie auch auf dem iPad zugänglich macht.

Mobilität 2

Die Handlichkeit von iPhone und iPads, führen aber auch zu einem anderen Lernen innerhalb der eigenen vier Wände. Da diese Geräte ständig einsatzbereit und auf kurzem Wege erreichbar sind, werden sie auch häufiger genutzt, z.B. für Recherchen, wenn die aktuelle Zeitungsnotiz oder der Bericht im Fernsehen kritisch gesehen werden.

Auch der Austausch zwischen den Generationen wird erleichtert. Ich als Großvater kann z.B. Ereignisse aus der deutschen Geschichte besser erläutern, wenn ich auf Informationen aus dem Netz zurück greife. Aber auch meine Enkel können sich leichter verständlich machen, wenn sie z.B. ein Video von YouTube zur Hilfe nehmen.

Fazit

So weit die Schilderung meiner mobilen (Lern)aktivitäten. Fragt sich jetzt, ob diese als Beweis für einen „großen Trend“ im Mobile Learning gelten können? Ich denke eher nicht, denn bei aller Begeisterung gilt es wohl noch viele Zweifler zu überzeugen. Leider befinden diese sich nicht nur in der Generation der Senioren. Hier spreche ich besonders in diesem Nonliner-Blog die denkbaren Helfer und Paten an: Löst euch von euren Erfahrungen und seht die Vorteile der mobilen Geräte.

Möge allen Optimisten ein langer Atem erhalten bleiben, wünscht sich
HoSi.

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10 Gedanken zu „Lernen – Ist mobil die Lösung?

  1. Ich denke auch, dass eine Kombination von mobile devices das Lernen sehr gut unterstützt und dass nicht ein Gerät für alles dienen kann. Ich darf das behaupten, weil ich weiß, was mir als Nicht-Phoner entgeht. Und kurz noch ein Mobil-Beispiel, das mir gefallen hat. Soeben bei twitter entdeckt: die Aufzeichnung der zweistündigen 1. Sendung „Kreidezeit in Dossenheim“ vom 29.03.2012 mit Christian Spannagel, den Bildungsreportern und den „üblichen Verdächtigen“. Die habe ich via livestream auf dem Tablet erlebt und einmal nicht wie das erstarrte Kaninchen vor der Schlange am PC gesessen, vom headset gefesselt.

    http://bildungsreporter.wordpress.com/2012/04/01/dossenheim-zur-kreidezeit-1-sendung-ist-online/?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

    • Ja, dieses „Sofa-Lernen“ habe ich auch erst über das iPad schätzen gelernt. Und übrigens auch das spontane Kommentieren eines Kommentars im Nonliner-Blog, wie hier gerade. Den PC hätte ich sonst heute nicht mehr angeschaltet ;=).

  2. Gestern war ich weg. iPad sehr frustriert. Bin momentan auf dem Lande , keine Infrastruktur usw und miserables Netz. wolte eine wichtige Datei bearbeiten, stellte dann fest, dass der nur auf USB Stick ist und nicht in der dropbox. Mit Android hätte ich nur kurz stöpseln müssen und die Datei rübergeschaufelt. Jetzt musste ich das Problem anders lösen, über Mail und Hotspot. Natürlich fiel mir dann auch noch Bluetooth ein, da erlebte ich aber eine Überraschung. Das iPad will nicht mit non-Apple -Geräte gekoppelt werden. Meine Android Geräte schaffen es mühelos sowohl mit einem Acer, als auch mit einem Vaio Notebook über Bluetooth zu kommunizieren….. Und so habe ich auch wieder etwas gelernt, nämlich, dass das iPad in manchen Dingen unschlagbar ist, aber das mir die ständige Bevormundung , was ich „darf “ und was nicht, doch ziemlich unangenehm ist.
    Diesen Kommentar schreibe ich jetzt auch per iPad und das ist nun wieder Super! So hat jedes Gerät seine eigenen Vorzüge .
    Bis jetzt habe ich übrigens noch kein nonliner getroffen , der bereit war sich für das ipad Experiment zu erwärmen, das erste Argument ist: das teure Spielzeug kann ich mir nicht leisten und die Folgekosten schon gar nicht. Bin gespannt, wie es weitergeht!

    • Danke für deinen Bericht. Du sprichst zwei Dinge an, die mich auch bereits gestört haben, die ich – aus welchen Gründen auch immer ;=( – bisher hier verschwiegen haben: 1) Mobile ist nur toll, wenn man einen Zugang zum Web hat. 2) Apple schottet sich sehr stark ab.

  3. Für mich ist eine Kombination dieser Geräte sinnvoll. I phone für unterwegs. MacBook zum bearbeiten von Videoclips, die man mit dem iphone unterwegs erstellt hat. Anschaun von Videoclips mit Freunden auf unseren Panasonic TV.

    • Für unterwegs (ich habe es Mobilität 1 genannt) wäre mir das iPhone zu klein. Ich denke, hier könnte das iPad als zweites Gerät helfen. Für daheim (Mobilität2) kann ich dann mit dem iPad (fast) alles machen, was mir das Laptop (bei dir das MacBook) auch bietet.

      Es sollten sich besonder Einsteiger (Nonliner) fragen, ob sie wirklich einen Laptop benötigen, denn viele werden mit dem iPad glücklicher sein. Es ist aber alles eine individuelle Entscheidung!!!

  4. Dazu passt: Die UMTS-Nutzung („Mobilität 1“) mit iPad ist in Deutschland aus verschiedenen Gründen (un)freiwillig niedriger – Netzprobleme eingeschlossen. Interessant i.S. everywhere oder „bring your own device“ (im Wortsinn) wäre eine „Mobilität 3“ – bei gegebener Infrastruktur – zu betrachten: Also unterwes online über Uni-WLAN, öffentliche Hotspots usw., dort, wo WiFi geht.

    Spannend dabei die Frage: iPad-Nutzung, weil dort
    1. die geeignete Netzkonnektivität oder
    2. ein dedizierter LERNORT (Uni) oder RUHEORT (freies WLAN in Cafe) gegeben ist.

    Anmutung und Gestalt des device könnten natürlich ebenso Einflussgrößen sein; mit meinem big smartphone bzw. small pad 7 Zoll-Samsung Galaxy Pad (gerade so klein, dass es noch in die Jackentasche passt) beobachte ich an anderen und mir hingegen eine lern-enthemmende Wirkung. Schön illustriert anhand der Sichtung mehrer Touristenpersonen, die ihre iPads zum Fotografieren umständlich auf ihren Schutz-Klapphüllen balancierten, während ich ziemlich locker mit dem „Kompakten“ auf meiner persönlichen Lernumgebung unterwegs war, in natürlicher Fotografierhaltung …

    Also: Erkenntnisinteresse besteht in der Frage, durch welche Parameter (mobile) LERNRÄUME festgelegt werden. Bei einer eindimensionalen, technik-getriebenen Betrachtung sehe ich die Gefahr einer Überbewertung des Trends mobile learning, vergleichbar der einstmals überzogenen Erwartungshaltung auf (Audio-)Podcasts als Lernmedien.

  5. Pingback: Mobile Learning – Aufgaben aus 2005 appsolviert? « Der Alte Fritz

  6. Pingback: Mobile Welten – Android geht auch! « (N)ONLINER

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